Oft, so zum Beispiel vor dem einschlafen -in meinem Bett- denke ich nach.
Ich denke über Dinge nach und habe Angst, dass ich sie umsonst gedacht habe. Diese Dinge sind beliebig, jedoch immer sehr speziell. Um sicher zu sein, dass nicht umsonst gedacht habe, denke ich dann, dass ich die Gedanken aufschreibe. Vielleicht stirbt man ja auch mal irgendwann oder hat sogar lebendig nicht mehr die Fähigkeit sich mitzuteilen. Und wenn man von dieser Fähigkeit zuvor anscheinend wenigst Gebrauch gemachnt hat, ist der Gedanke daran umso beängstigender.
Ich plane also in der letzten Zeit (beginnend vor einigen Jahren) die Gedanken vorsichtshalber aufzuschreiben. Doch in diesen -und besonders in den entscheidenen, nämlich auf das Denken folgenden- Situationen fehlt mit die Überwindung zum Stift zu greifen. Also denke ich nur über das Aufschreiben nach. Denke, dass ich es auch diesmal nicht tuen werde. (Trotz des großen Eifers, welcher noch wärend des Nachdenkens vorherrscht.) Denke auch darüber nach. Und darüber. Sozusagen immer eine Ebene, eine Etage höher; der vorrausgehende Gedanke aus der Vogelperspektive betrachtet. Gelange an den Punkt, bedenke ihn, und überschreite ihn wieder, indem ich die Gedanken in meinen Gedanken zur Niederschrift bringe - Wort für Wort! Denken in formulieren Sätzen. Auch diese Worte sind bestimmt bereits sechs mal formuliert worden. Jedoch immer anders, weil ich mich nicht mehr an den wörtlichen Gedankenlaut der vorhergehenden Male erinnern kann. Eben weil sie nie niedergeschrieben worden sind. Ich denke also über das/mein Denken nach.
Hat das Denken denn so noch einen Sinn?
Ist der getane Gedanke denn nicht bereits unbefriedigend und überholt und erschüttert, sobald du eine der besagten Ebenen höher denkst? Ja! Diese (die Gedanken auf den unteren Ebenen) haben dich zwar erst zu dem höherliegenden Gedanken gebracht (sie waren sein Fundament), jedoch fehlt ihnen jedlicher Anspruch auf Erhabenheit dem neuen Gedanken gegenüber! Solange beide Gedanken gleichen ist ihnen kein Zweifel in sich (soll heißen: aus sich selbst begründet) zu schenken. Bei jeder Abweichung jedoch ist der frühere Gedanke in seiner Gesamtheit radikal als nicht richtig, in den Details als mind. unzureichend anzusehen! Denn der höhere Gedanke begründet seinen Inhalt auf eine zwangsläufig großere Weisheit. Nämlich ist der höhere Gedanke um eben der "Masse" des neu gedachten ihm reicher.
Nun möchte man sagen, dass wenn ein Widerspruch auftritt und der niedrigere Gedanke sich also als nicht richtig herausstellt, (allein wegen des Widerspruchs natürlich,) der höhere Gedanke ja eigentlich somit auf einer Unwahrheit aufgebaut ist. Er sei also als noch schlechter anzusehen.
Dem widerspricht jedoch mein Gedanke, da der neue Gedanke (die neue Ebene) zwar aus dem widrigen resultiert, sich jedoch nicht auf diesen begründet! Die neue Ebene begründet sich auf sich selbst. Sie ist ein neuer (Gedanken-)Komplex. u.s.w.
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